Wuppertal, Solingen und Remscheid
Zirkuläre Prozesse in Kommunalstrukturen – bergisch.circular
Region/Kommune: Städte Wuppertal, Solingen und Remscheid
Laufzeit: Juni 2021 bis September 2024
Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Förderprogramm „REGION.innovativ – Kreislaufwirtschaft“
Träger/Partner: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH, Neue Effizienz gGmbH, Städte Wuppertal, Solingen, Remscheid sowie kommunale Unternehmen und Forschungsinstitutionen
Kurzbeschreibung:
Im Forschungsprojekt bergisch.circular entwickelten die drei Städte gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen Ansätze, um Kreislaufwirtschaft systematisch in kommunale Strukturen zu integrieren. Im Fokus standen zirkuläres Bauen, zirkuläre öffentliche Beschaffung und Abfallvermeidung. Über drei Jahre hinweg wurden Prozesse erprobt und weiterentwickelt. Das Ergebnis war ein praxisnaher Blueprint sowie ein Werkzeugkoffer, der Kommunen und Unternehmen bei der Umsetzung zirkulärer Strategien unterstützt.
Was machte dieses Beispiel zur Good Practice?
Das Projekt bergisch.circular sensibilisiert, wie Kommunen die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft dauerhaft in Verwaltung und Stadtentwicklung verankern können. Es verband wissenschaftliche Grundlagen mit konkreter Umsetzung vor Ort und schuf dadurch übertragbare Formate für andere Regionen. Drei Schwerpunkte standen im Mittelpunkt:
Zirkuläres Bauen: Die Projektpartner sensibilisierten für Prozesse, um Baumaterialien und -komponenten wiederzuverwenden, Materialpässe einzuführen und Bauteile systematisch zu erfassen. Dadurch entstand ein Leitfaden, der zeigt, wie kommunale Bauprojekte ressourcenschonender gestaltet werden können.
Zirkuläre öffentliche Beschaffung: Gemeinsam mit den Verwaltungen wurden Ausschreibungs- und Vergabeverfahren diskutiert und weiterentwickelt. Zirkuläre Kriterien – etwa für Wiederverwendung, Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit – wurden in Leitfäden integriert und Methoden zur Definition von Zuschlagskriterien erprobt.
Abfallvermeidung: Das Projekt erarbeitete neue Ansätze, um Abfälle als Ressource zu begreifen. Pilot-Maßnahmen wie Mehrwegangebote, Wiederverwendungsinitiativen oder lokale Kooperationen mit Betrieben und Bildungseinrichtungen tragen dazu bei, Stoffkreisläufe langfristig zu schließen.
Ein weiterer Erfolgsfaktor war die enge interkommunale Zusammenarbeit. Die Städte Wuppertal, Solingen und Remscheid bündelten Wissen und Ressourcen, richteten Projektstellen ein und tauschten Erfahrungen regelmäßig aus. Ein begleitender Beirat mit weiteren Kommunen unterstützte den Wissenstransfer.
Mit dem Abschluss des Projekts liegen der Blueprint „Zirkuläre Prozesse in Kommunen“ und ein Werkzeugkoffer für Unternehmen vor. Beide Instrumente bereiteten die gewonnenen Erkenntnisse verständlich und praxisnah auf. So diente bergisch.circular als modellhaftes Beispiel dafür, wie Kommunen den Wandel zur Kreislaufwirtschaft konkret gestalten konnten – mit klaren Handlungsansätzen und übertragbaren Prozessen.
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Die wichtigsten Learnings aus dem Projekt:
Wirkung entsteht durch ein strukturiertes Vorgehen (SIIR-Prinzip)
Kreislaufwirtschaft braucht eine nachvollziehbare Abfolge. Das SIIR-Prinzip (Sensibilisieren, Informieren, Involvieren, Realisieren) hat sich bewährt, um Akteure schrittweise mitzunehmen und von ersten Gesprächen in konkrete Maßnahmen zu kommen.
Fortschritt braucht Champions – Menschen, die Verantwortung übernehmen
Neben Strukturen und Formaten waren es vor allem einzelne engagierte Personen, die Themen getragen und vorangebracht haben. Diese Champions haben Orientierung gegeben, Akteure vernetzt und Prozesse am Laufen gehalten – auch dann, wenn formale Zuständigkeiten unklar waren oder Entscheidungen Zeit brauchten.
Kommunikation und kommunales Commitment sind ausschlaggebend
Kontinuierliche, verständliche Kommunikation schafft Beteiligung. Gleichzeitig zeigte sich: Ohne ein klares Commitment der Städte lassen sich kreislaufwirtschaftliche Ansätze nicht nachhaltig verankern.
Bilder © Neue Effizienz GmbH